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Pflanzliche "aliens" in heimischen Gewässern

Es wird über pflanzliche Neubürger in Flüssen und Teichen berichtet.

Aquatische Neophyten sind Makrophyten, die bei Mittelwasser Wasserformen ausbilden und nach 1492 in Deutschland eingewandert sind. Bezüglich der Definitionen zum Thema Neophyten herrscht ein große Vielfalt; verwiesen sei ausdrücklich auf Heft 9/10, 2008 der Zeitschrift Natur und Landschaft. Wir vermeiden an dieser Stelle z.B. bewusst den Begriff "invasiv", der sehr unterschiedich genutzt wird. Wir unterscheiden die Fähigkeit zur räumlichen Ausbreitung (expansiv/nicht expansiv) und der Fähigkeit von Arten, Dominanzbestände zu bilden.

Aktuell (Stand: 31.12.2008) sind 24 aquatische Neophyten aus Deutschland bekannt. Am häufigsten ist Elodea nuttallii, die wie Elodea canadensis in allen Bundesländern nachgewiesen wurde. Fünf Arten (Elodea nuttalli, Hydrocotyle ranunculoides, Lemna minuta, Lemna turionifera, Myriophyllum heterophyllum) werden als expansiv eingestuft. 12 Arten gelten als eingebürgert, 11 Arten als unbeständig. Hydrocotyle ranunculoides gilt zwar noch nicht als eingebürgert, ist jedoch schon jetzt lokal expansiv. Die meisten Arten (20) wurden in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen, gefolgt von Baden-Württemberg (12) und Bayern (11). Lediglich drei Arten sind aus dem Saarland und Sachsen-Anhalt bekannt.

Eine Bekämpfung von aquatischen Neophyten ist aus naturschutzfachlicher Sicht und aus Gründen des Gewässerschutzes in Deutschland aktuell nicht erforderlich. Ein Management kann aber bei bestimmten Nutzungen (landwirtschaftliche Nutzung, Energiegewinnung, Freizeitnutzungen) notwendig sein.

Weitere Informationen:

Taxaliste der aquatischen Neophyten Deutschlands (PDF-Datei)

www.aquatischeneophyten.de

www.floraweb.de/neoflora


Einige Bilder finden Sie unter folgenden Links auf den Seiten von www.lanaplan.de:

Myriophyllum heterophyllum hat oft Blätter, die nicht im Quirl stehen.

Zähne auf dem Blattrand von Elodea callitrichoides (Länge > 100 µm)

Hygrophila polysperma

© 2000 - 2009 lanaplan GBR, Dr. Klaus van de Weyer

Der Vortrag findet statt am Montag, 09.03.2009, um 19.30 Uhr in der Bergischen Universität, Hörsaal 3 (Haupteingang, Haltestelle 615 und 645). Der Eintritt ist frei, Gäste sind herzlich willkommen.