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Durch die Wüste Lut im Iran - Eine Expeditionsreise zu einem der heißesten Punkte der Erde

Bernd Schmitz, 1. März 2016

Iran

 

Die Dasht-e Lut („Nackte Wüste“) im Osten Irans ist einer der unwirtlichsten Orte der Erde. Im Sommer erreichen die Tagestemperaturen dort regelmäßig über 50 Grad im Schatten. Im 2005 ergab die Auswertung von Satellitendaten sogar eine Temperatur von 70,7 Grad, was der weltweit höchste jemals auf diese Weise gemessene Wert ist. Der jährliche Niederschlag liegt unter 50 mm, also ein Zwanzigstel dessen, was in Deutschland jährlich an Regen niedergeht. Im Innern der Lut verhindert die geringe Luftfeuchtigkeit jegliche Wolkenbildung.

 

Die Dasht-e Lut erstreckt sich über große Teile der iranischen Provinz Kerman, berührt im Norden und Nordosten aber auch die beiden Nachbarprovinzen Yazd und Süd-Khorasan. Das Kerngebiet misst von Norden nach Süden etwa 500 und von Westen nach Osten knapp 300 Kilometer. Auf Satellitenbildern deutlich zu erkennen ist das "Auge der Lut", eine vegetationslose Senke unbekannten Ursprungs.

 

Während der östliche Teil der Wüste, nahe Irans Grenze zu Afghanistan gelegen, von bis zu 280 Meter hohen Sanddünen begrenzt wird, bilden den westlichen Teil bizarr geformte Hügelketten aus Sand, Löss und Ton. Die von Norden nach Süden verlaufenden Kalut haben eine Ausdehnung von fast 150 Kilometern. Ihre Ausläufer reichen bis zu dem gewaltigen Dünengürtel, der die Lut nach Süden hin abriegelt und der für die Entdecker vergangener Tage ein unüberwindbares Bollwerk darstellte.

 

Erstmals intensiv erforscht und beschrieben wurde die Wüste vom österreichischen Tropenmediziner und Forschungsreisenden Alfons Gabriel. Der durchquerte die besonders lebensfeindliche südliche Lut 1937 auf Dromedaren, begleitet von seiner Frau und einer vor Ort angeheuerten Mannschaft einheimischer Belutschen. Bernd G. Schmitz ist die Route mit einem Expeditionsteam aus Teheran im November 2014 nachgereist.