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Bienen und Imkerei in Deutschland

Dr. Christoph Otten, 8.11.2016

Imkern - ein spannendes Hobby  Photo Christoph Otten

In den letzten Jahren ist das Interesse vor allem auch jüngerer Menschen an der Imkerei in Deutschland deutlich gestiegen, die Zahl der Mitglieder in den Imkervereinen wächst stetig. Viele Menschen sehen in der Bienenhaltung ein ökologisch sinnvolles, naturnahes Hobby, das sich mit einem überschaubaren Zeitaufwand durchführen lässt und den Imker mit einer reichen Honigernte belohnt.

In Wuppertal gibt es heute rund 300 Imker, die in verschiedenen Vereinen z.B. in Cronenberg, Vohwinkel oder Barmen organisiert sind. Mit der modernen Magazinimkerei kann man in unserer Region mit rund 25 kg Honig pro Volk und Jahr rechnen. Die Gesamtjahresernte setzt sich dabei in der Regel aus einem Frühjahrsblütenmischhonig und einem Sommermischhonig zusammen. Die verschiedenen Honige unterscheiden sich je nach Trachtlage deutlich im Geschmack, in der Farbe und in der Konsistenz.

Neben der Magazinimkerei, die mit großen und starken Völkern arbeitet und auf einen hohen Honigertrag abzielt, ist in den letzten Jahren ein neuer Imkertrend vor allem in Städten zu beobachten, die Bienenhaltung z.B. in Bienenkisten. Hier geht es dem Imker weniger um eine Ertragsmaximierung als vielmehr um eine möglichst einfache und als natürlich empfundene Bienenhaltung in einfachen Holz- oder Tonbehausungen, in denen die Bienen ihre Waben frei bauen können. Diese Art der Imkerei findet sich oft auf Balkonen in Wohnsiedlungen.

In den Medien wird immer wieder von einem dramatischen weltweiten Bienensterben berichtet. Vorrangig werden dafür zwei Ursachen genannt: die für Bienen ungünstig gewordenen Bedingungen in der industrialisierten Landwirtschaft (u.a. blütenarme Monokulturen und massiver Pestizideinsatz) und der aus Indochina eingeführte Bienenparasit Varroa destructor. In der Tat mussten die Imker in den zurückliegenden Jahren lernen, ihre Völker mit geeigneten Medikamenten vor der Varroa-Milbe zu schützen, die seit den 1980-iger Jahren die Bienenvölker bedroht. Heute stehen aber effektive Behandlungsmethoden zur Verfügung. Die aktuellen Statistiken zeigen, dass sich die Völkerverluste im Winter inzwischen wieder bei den auch früher üblichen ca. 15% eingependelt haben. Die Sensationsmeldung vom Bienensterben taucht dennoch immer wieder in den Medien auf.