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Von elf Liebesgaben zum Museum auf der Hardt: Eine Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte zwischen Wuppertal, Afrika und Asien.

Christoph Schwab, 3.2.2015

Das Museum auf der Hardt der Archiv- und Museumsstiftung der VEM beherbergt eine kleine, in Teilen bedeutende ethnologische und kulturhistorische Sammlung mit Objekten aus Asien, Afrika und Deutschland. Gemeinsam mit den historischen Schrift- und Bildarchiven der Stiftung handelt es sich dabei um das Erbe zweier evangelischer Missionsgesellschaften, deren eine als Rheinische Missionsgesellschaft 1828 im Bergischen Land gegründet wurde.

 

Schon wenige Jahre später begann eine wechselvolle Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte, die das Tal der Wupper in einer Epoche mit verschiedenen Regionen Asiens und Afrikas verband, in der das koloniale Großmachtstreben eines deutschen Reiches noch in ferner Zukunft lag. Auch die Ethnologie wurde als Wissenschaft erst einige Jahrzehnte später an europäischen Universitäten gelehrt. So stellt sich die Frage nach den Beweggründen von Missionaren, Naturalien, Alltagsgegenstände und rituelle Objekte aus Übersee an die Gesellschaft in Barmen zu schicken.

Der späte Eintritt Deutschlands in die Gruppe der kolonial ambitionierten Großmächte beeinflusste schließlich phasenweise die Ziele und das Handeln der Missionsbewegung. Das Sammlungsmuster und die Ausstellungspraxis blieben von den veränderten politischen Rahmenbedingungen nicht unberührt.

 

Die Zäsuren der beiden Weltkriege hinterließen ihre Spuren in der praktischen Missionsarbeit bis hin zu einer strukturellen Neuordnung in der Vereinten Evangelischen Mission ab 1970. Dies gilt wiederum auch für die Sammlungen und Archive, die 1998 in eine Stiftung überführt wurden. Substanzverluste, Zusammenlegung von Beständen und verschiedene, nicht zuletzt den jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Trends folgende Neuausrichtungen in der Ausstellungspraxis sind Stichworte für die jüngere Sammlungsgeschichte.

 

Die nach längerer Umbauphase im Sommer 2014 vollkommen neu konzipierte Dauerausstellung, die auch mit einer Änderung des Namens ‚Völkerkundemuseum’ in ‚Museum auf der Hardt’ einherging, ist in dieser Reihe der aktuelle Versuch, dem Besucher ein vielschichtiges und durchaus ambivalentes Erbe zu vermitteln.

Museum auf der Hardt

Museum auf der Hardt (Foto: R. Elbracht)