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Zehn Monate lang und 14.000 km auf dem Rad durch die Anden

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Nina Caspers, 5. Februar 2013

Mit dem Rad durch Peru

Mit dem Fahrrad durch Peru (Foto: Nina Caspers)

 

Nachdem meine letzte zwölfmonatige Entdeckungstour auf dem Rad von Neuseeland quer durch Asien zurück nach Deutschland bereits sieben Jahre zurücklag, wurden schon bald wieder die Neugier und Lust geweckt, mir weitere Regionen dieser Welt zu erschließen und neue Abenteuer zu erleben. Da ich damals die nachhaltigsten Eindrücke vor allem in den „nicht-europäischen“ Gefilden gesammelt hatte, in denen andere als die westlichen Lebensverhältnisse herrschten, war ich auch diesmal auf der Suche nach dem etwas „Unbekannten“. Aufgrund seiner bewegten langen Geschichte, seiner alten indigenen Kulturen und seiner imposanten Natur, strahlte der südamerikanische Kontinent die größte Anziehungskraft auf mich aus. Selbstverständlich plante ich wieder eine Radreise, da das Fahrrad für mich das geeignetste Fortbewegungsmittel darstellt, um Land und Leute intensiv kennenzulernen.  

 

So arbeitete ich drei Jahre lang auf mein Sabbatjahr hin, bevor ich Ende August 2010 endlich im Flieger nach Peru saß. Startpunkt meiner Radreise war das knapp 600 km nördlich von Lima gelegene Trujillo, von wo aus ich nach einem 3-wöchigen Sprachkurs durch die beeindruckende Entenschlucht in das auf 2300m hoch gelegene kleine Bergdorf Caraz radelte und das erste Mal die gewaltigen Dimensionen dieser längsten Gebirgskette der Welt erleben durfte. Von nun an folgte ich stets dem Andenmassiv gen Süden. Über die ehemalige Inka-Hauptstadt Cusco, vorbei am Titicaca-See, bis zum bolivianischen La Paz. Weiter über das Altiplano und die größte Salzfläche der Welt, dem Salar de Uyuni, durch die entlegene  südwestbolivianische Hochlandwüste vorbei an unzähligen Lagunen bis hin zur Atacama-Wüste. Auf der chilenischen Seite der Anden ganz nach Süden in das sehr grüne und feuchte Patagonien mit seinen vielen Naturschönheiten, wie z.B. dem Nationalpark Torres del Paine und dem einzigartigen Perito-Moreno-Gletscher. Vom südlichsten Ende der Welt ging es mit einem Boot zur antarktischen Halbinsel, wo ich eine faszinierende Tierwelt samt riesiger Pinguinkolonien, sowie imposante Eisberge und Gletscher aus nächste Nähe bewundern durfte. Über die berühmte Carretera Austral, die durch das wilde Patagonien führt, gelangte ich auf die Insel Chiloé und radelte an der Pazifikküste bis nach Valparaiso, von wo aus ich ein weiteres Mal die Anden überquerte, vorbei am höchsten Berg Südamerikas, dem 6962 hohen Aconcagua,  um durch den regenarmen argentinischen Nordosten bis nach Salta zu gelangen. Von hier aus galt es, weitere sieben Pässe zwischen 3900m und knapp 5000m zu bewältigen, um ein zweites Mal zum chilenischen San Pedro Atacama zu gelangen, von wo ich per Bus durch Peru reiste, um die letzten vier Wochen meiner Radtour in Ecuador und Kolumbien zu verbringen. Schweren Herzens aber mit einem Schatz an wundervollen unvergesslichen Eindrücken, musste ich in Bogotá diesem auf so vielfältige Weise faszinierenden Kontinent „Adios“ sagen… „Hasta la proxima…“