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Kalk – der vielseitige Rohstoff

Dr. Sven-Olaf Schmidt, Dienstag, 2. Oktober 2012

Ammonit
Bild: Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie

  Ammonit (Bild: Bundesverband der Kalkindustrie)

 

Wer von der Geschichte des Kalks spricht, der spricht automatisch von der Entwicklung des Lebens auf der Erde. Seit jeher verhilft Kalk jedem Lebewesen zu Wachstum und Stabilität. Bereits vor mindestens 14.000 Jahren kannten die Menschen den Kalk als Baustoff und nutzten ihn zum Tünchen und zur Mörtelherstellung. Auch heute begegnet uns Kalk in der Natur und in unserem Zivilisationsumfeld sehr häufig. Seine Erscheinungsformen und auch seine Nutzungsmöglichkeiten sind kaum zu überblicken: Ob in Häusern und Straßen verbaut oder bei der Produktion von Glas und Kunststoffen, zahlreichen Hygieneartikeln, Papier und Schmuck, Lebensmitteln und Getränken eingesetzt – Kalk ist überall und kann aus unserem Leben nicht mehr weggedacht werden. Der Durchschnittsbürger kommt mit dem Produkt Kalk nur in ganz seltenen Fällen – z. B. in Baustoffen – wahrnehmbar in Berührung und kann deshalb die Bedeutung des Grundstoffes Kalk nicht bewerten. Fast immer ist der Kalk, im fertigen Produkt aufgegangen, nicht mehr erkennbar.

Naturfreunde verbinden mit dem Wort Kalk die Kreidefelsen von Rügen, die weißen Klippen von Dover oder die Zauberwelt der Tropfsteinhöhlen. Mineraliensammler erfreuen sich der natürlichen Schönheit der mineralischen Form des Kalks, des Calcits, und der Versteinerungen, die sie in oft mühseliger Suche in Steinbrüchen finden.

Die meisten Kalksteinlagerstätten in Deutschland sind vor Jahrmillionen in ehemaligen Meeren entstanden. Skelette und Schalen von Lebewesen, die an der Meeresoberfläche lebten, sanken nach ihrem Tod auf den Meeresgrund und setzten sich dort als Kalkschlamm ab. Im Laufe der Zeit verfestigte sich der Schlamm zu dem Massenkalk, wie er heute abgebaut wird. In anderen Gebieten bildete sich Kalkstein aus Riffkalken, die Korallen oder Kalkalgen im Flachseebereich aufbauten. Auch im Süßwasser kann Kalkstein entstehen: in Form von Tropfsteinen, Sinterkrusten, Travertin und Seekreide. Sie haben aber im Vergleich zu den weit verbreiteten Meereskalken keine wirtschaftliche Bedeutung.