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Frühjahrsexkursion nach Schloss Gracht und Schloss Türnich am 18.4.2009

Es wurde die Vegetation der Schlossparks von Gracht und Türnich vorgestellt.

 

Die traditionelle Frühblüherexkursion der Botanischen Sektion am 18.4.2009 führte diesmal in die Schlossparks der rheinischen Schlösser Gracht und Türnich.

Das Wasserschloss Gracht in Erftstadt-Liblar (Bild) ist seit mehr als vier Jahrhunderten Stammsitz des Geschlechts Wolff Metternich. Zu dem Anwesen, das restauriert ist und heute eine Business-Schule beherbergt, gehört ein Park mit einem stattlichen Baumbestand (Bild: Mammutbäume). In der Krautschicht ist im Frühjahr fast das gesamte Geophytenspektrum zu beobachten. Bedingt durch die anomale Frühjahrsentwicklung in diesem Jahr war die Vegetationsperiode für Lerchensporn, Buschwindröschen, Scharbockskraut und Co. sehr kurz, die meisten Arten waren bereits verblüht.

Wasserschloss GrachtWasserschloss Gracht Mammutbäume Ornithogalum nutans 

 

Die botanische Besonderheit des Schlossparks Gracht ist ein Liliengewächs, dessen Bestimmung zunächst Rätsel aufgab. Es handelt sich um den Nickenden Milchstern Ornithogalum nutans, der hier seit Jahren in großer Zahl auftritt (Bild). Die sehr ähnliche Art Ornithogalum boucheanum konnte im Gelände nicht ausgeschlossen werden, zumal durch die kurze Blühzeit eines der charakteristischen Merkmale für  O. boucheanum – „Blätter zur Blütezeit abgestorben“ – auch für O. nutans zutraf. Erst die Differentialdiagnose mit Spezialliteratur ergab die Bestätigung für O. nutans. Der Nickende Milchstern kommt auch im Schlosspark Brühl vor, ist aber sonst im Rheinland nicht bekannt. In Brandenburg kommen beide Arten nebeneinander in Parks vor und sind dann leichter auseinanderzuhalten (RAABE mdl.).

Der Aronstab stand in voller Blüte, selten sah man so viele Individuen! Eine atypische Färbung erregte die Aufmerksamkeit, auch der Blattschnitt unterschied sich von den anderen Pflanzen (Bild). Diskutiert wurde eine Beteiligung von Arum italicum, der z.B. im Park von Schloss Mickeln in Düsseldorf-Himmelgeist anzutreffen ist.

 Aronstab

Das zweite Ziel war das Wasserschloss Türnich (Bild), das zur Zeit nicht bewohnt wird, weil durch die Grundwasserabsenkung die Fundamente des Schlosses beeinträchtigt sind. Besonders deutlich sind die Schäden am Pförtnerhaus des Haupteingangs zu sehen (Bild), das sich bereits deutlich nach einer Seite neigt.

Wasserschloss Türnich Pförtnerhaus

Im Wassergraben blühte bereits der Fieberklee (Bild). Auch im Park von Schloss Türnich waren die Geophyten weitgehend eingezogen, der Rhododendron begann zu blühen. Beeindruckend ist die berühmte Lindenallee (Bild).

Fieberklee Lindenallee