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Die Wissensgesellschaft und ihre Gegner - Kreationismus im 21. Jahrhundert

Es wird der Gegensatz zwischen Evolution und Schöpfungsgedanken im 21. Jhdt. aufgezeigt.

 

Als J. C. Fuhlrott, der Namengeber für das vorübergehend geschlossene Fuhlrott-Museum und Gründer des Naturwissenschaftlichen Vereins, im Jahr 1856 den Neandertaler als Vormenschen beschrieb, stand er mit dieser Evolutionstheorie im krassen Gegensatz zum Schöpfungsgedanken, dem Kreationismus,  der pietistischen Kirche. Bis ins 21. Jahrhundert hat sich dieser Kreationismus erhalten können und hat in den Vereinigten Staaten als „intelligent science“ in einigen Staaten sogar wieder in die Schulbücher Eingang gefunden.

Prof. Dr. Gerd-C. Weniger, der Direktor des Neanderthal-Museums Mettmann, ist einer der profundesten Kenner dieser Materie und wird in seinem Vortrag „Die Wissensgesellschaft und ihre Gegner – Kreationismus im 21. Jahrhundert“ über den Stand der Diskussion zwischen Schöpfung und Evolution aus der Sicht des Evolutionsforschers sprechen.

 

Im Jahr 2009 feiert die internationale Gemeinschaft ein Doppeljubiläum. Die Evolutionslehre wird 150 Jahre alt und der Geburtstag von Charles Darwin jährt sich am 12. Februar zum 200. Mal. Heute ist die Evolutionslehre die am besten abgesicherte naturwissenschaftliche Theorie. Ohne sie wäre kein Verständnis der Zusammenhänge des Lebens auf der Erde möglich. Ihr Erklärungspotential geht aber über die Biologie weit hinaus. In der Wissensgesellschaft der Moderne ist der Evolutionsgedanke unser ständiger Begleiter bei der Suche nach einem umfassenden Welt- und Menschenbild.

 

Vor diesem Hintergrund ist es umso erstaunlicher, dass die Evolutionslehre in jüngster Zeit erneut in massiver Form durch kreationistische Gruppen bekämpft wird. Der Kreationismus ist im 21. Jahrhundert kein rein amerikanisches Phänomen mehr. Der Europarat hat in einer Resolution im Jahr 2007 „The Dangers of Creationism in Education“ auf die Gefahren durch kreationistische Bestrebungen für das Bildungssystem Europas hingewiesen und einen Aktionsplan gegen diese Einflussnahme gefordert. Der Bericht sieht konkrete Anzeichen für die Entstehung einer antiwissenschaftlichen Haltung in der Bevölkerung und warnt vor der Verbreitung kreationistischer Irrlehren in den Schulen Europas. Von großer Bedeutung ist, dass kreationistische Gruppen mit sehr großen privaten Fördermitteln offensiv für ihre Ideen und Projekte werben. Droht uns eine Rückkehr zu wissenschaftspolitischen Verhältnissen wie zu Lebzeiten Darwins?

Der Vortrag findet statt am Montag, 12.01.2009, um 19.30 Uhr in der Bergischen Universität, Hörsaal 3 (Haupteingang, Haltestelle 615 und 645). Der Eintritt ist frei, Gäste sind herzlich willkommen.