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Kleine Löcher – Große Einsichten. Was uns Insektenfraßspuren an fossilen Blättern verraten.

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Der Vortrag von Dr. Thorsten Wappler (Steinmann-Institut, Bonn) findet statt am Dienstag, 20.3.2012, um 19.30 Uhr im Hörsaal 11 der Bergischen Universität (Haupteingang, Haltestelle „Universität“ der Linien 615 und 645). Gäste sind herzlich willkommen.

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Insekten spielen in dem komplexen Netz von Wechselwirkungen in terrestrischen Ökosystemen eine Schlüsselrolle. Etwa siebzig Prozent aller momentan beschriebenen Arten sind Insekten. Sie haben im Laufe der Evolution eine überaus große Formenvielfalt entwickelt, besiedeln alle Lebensräume außer dem Meer, sind bedeutende Konsumenten von Pflanzenbestandteilen und dienen als Nahrung für größere Tiere oder parasitisieren diese. Ein funktionierendes Ökosystem ist ohne Insekten in unserer heutigen Welt nicht vorstellbar. Mehr als drei Viertel aller mittel- europäischen Insektenarten zeigen zumindest in bestimmten Lebensabschnitten direkte Beziehungen zu Pflanzen. Pflanzen sind dabei aber in vielerlei Hinsicht ein schwieriger Lebensraum für Insekten und für ihre Besiedlung und Nutzung waren zahlreiche Adaptionen auf Seiten der Insekten erforderlich.
Vor allem die engen biologischen Beziehungen zwischen Insekten und Blütenpflanzen (Angiospermen) haben sich als wichtiger „Motor“ für den enormen Artenreichtum heutiger terrestrischer Ökosysteme herausgestellt. Dabei hat sich gezeigt, dass gerade die heute dominierenden pflanzenfressenden Insektengruppen, wie Bienen und Ameisen, Käfer, Fliegen und Mücken, monophag und deshalb viele Arten auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und angewiesen sind.
Insbesondere die Untersuchung von Pflanzen-/ Insekten-Assoziationen im Fossilbericht ermöglicht tiefe Einblicke in den Ursprung dieser doch sehr speziellen Symbiosen zwischen Insekten und ihren besuchten Pflanzen bzw. Blüten zu einem Zeitpunkt der Entwicklung der Blütenpflanzen, an dem die heutige Formenfülle vieler moderner Pflanzen- und Insektenfamilien begonnen hat.