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Mondorientiertes Flugverhalten

 

Das Mondorientierte Flugverhalten der Nachtfalter

Bevor die Menschen das Feuer gezähmt hatten und letztlich die Glühbirne und die Leuchtstoffröhre erfanden, gab es nur eine intensive nächtliche Lichtquelle: den Mond. Nachtfalter nutzen den Mond möglicherweise als Orientierungspunkt bei ihren nächtlichen Streifzügen. Als sehr weit entferntes Objekt steht der Mond praktisch still am Himmel, auch wenn man sich auf der Erde fortbewegt. Wollen Nachtfalter in eine Richtung fliegen, so müssen sie den Mond immer an der gleichen Stelle, sagen wir vorne links, sehen. Wenn wir nun eine intensive Lichtquelle aufstellen, so könnten die Falter dieses Licht mit dem Mond verwechseln. Wenn sie weiter in eine Richtung fliegen wollen, versuchen sie wiederum den vermeintlichen Mond immer an der gleichen Stelle, vorne links, zu sehen. Fliegen die Tiere an der Lichtquelle vorbei, so verändert sich deren Position sehr schnell und um sie wieder vorne links zu sehen, drehen die Tiere einfach um. Das geht so lange, bis sie letztlich in einer Spiralbahn auf die Lichtquelle zufliegen und dort aufprallen. Die Frage ist jedoch, warum sie den Irrtum nicht bemerken und dann wieder vom Licht wegfliegen, sondern stattdessen sitzen bleiben. Eine Möglichkeit wäre, dass sie das intensive Licht an das Sonnenlicht erinnert und sie einfach wieder in ihren gewohnten Tagesschlaf fallen. Möglicherweise ist aber auch ihr visuelles System dermaßen geblendet und überlastet, dass sie gar nicht mehr zurück in die Dunkelheit finden.