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Vögel, Säugetiere und Pflanzen in Äthiopien

Dr. Jürgen von den Steinen gibt eine Kurzbeschreibung seiner naturkundlichen Reise nach Äthiopien.

Dr. Jürgen von den Steinen ist der Referent des Vortrags über „Vögel, Säugetiere und Pflanzen in Äthiopien“. Sein Fazit:

Wenn ich zu Hause an Äthiopien zurückdenke, habe ich ein Naturparadies mit einzigartiger Landschaft und einer Vielfalt von Tieren vor Augen. Schon in nächster Nähe der Unterkünfte tummeln sich Familien von Affen: Meerkatzen, Mantelaffen, Paviane und im Norden die endemischen Blutbrustaffen. Die Naturreservate sind mit Großtieren gut bestückt: Herden von Zebras, Oryx-SAntilopen, Wüstenwarzenschweinen und Gazellen. Eine Besonderheit sind die Bergnyalas.

Auch der Reichtum an Vogelarten ist beeindruckend, besonders, da die Tiere nicht sehr scheu sind. Das kann an der vielfach noch archaischen Art und Weise der Landwirtschaft liegen. Doch Hauptursache ist sicherlich die besondere Geologie von Äthiopien.

Durch das Land zieht sich der afrikanische Grabenbruch, das „Rift-Valley“. Hier entfernen sich zwei Erdplatten voneinander. Auf der Südseite des Bruchs ist das Gebirge bis auf knapp 5000 Meter zu den Bale Mountains hochgeschoben. In dem Rift Valley haben sich Seen gebildet. In ihnen leben Krokodile und Nilpferde. Doch Hauptattraktion sind die Wasservögel: Enten-, Reiher-, Sichler-, Pelikan- und Storcharten. Besonders beeindruckend ist der afrikanische Schreiseeadler. Wir konnten 6 Arten  von Eisvögeln beobachten, davon  4 ganz aus der Nähe gut fotografieren.

Das Hochland von Äthiopien trägt in 4000 m Höhe eine Strohblumensteppe. Dort stehen einige Riesenlobelien, die nach einem Leben von ca. 30 Jahren blühen und dann vergehen. Die Vertiefungen im Hochplateau sind mit Wasser gefüllt. So gibt es auch hier Wasservögel, die wegen des Vorkommens in der großen Höhe endemisch oder für Afrika sehr selten sind: Klunkeribis, Strichelbrustkiebitz, Rougets-Ralle, Klunkerkranich. Als Attraktion der Bale Mountains gelten der äthiopische Wolf und die vielen Greifvögel. Ihre Nahrungsgrundlage sind Maulwurfsratten, die in der Strohblumensteppe ihre Gänge unter der Eroberfläche bauen.

Eine Reisezeit im November hat den Vorteil, unter den Vögeln gute Bekannte aus der Heimat als Zugvögel anzutreffen: europäischer Kranich, Steinschmätzer und Limikolen.

 Meerkatze Haubenzwergfischer

Meerkatze und Haubenzwergfischer

Der Vortrag findet statt am Dienstag, 17.11.2009, um 19.30 Uhr, in der Bergischen Universität, Hörsaal 11 ( Haltestelle „Universität der Linien 615 und 645, gegenüber dem Haupteingang rechts die Treppe hoch).